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Scheidung - wenn der Traum zerbricht
Der Komiker Jerry Lewis hat einmal gesagt: Es gibt sicher viele Gründe für die Scheidung, aber der Hauptgrund ist und bleibt die Hochzeit.

Dieser zunächst eher witzig wirkende Ausspruch zeigt jedoch sehr deutlich das Grundproblem vieler Scheidungen: Die Paare heiraten - und das immer öfter zu früh, zu unüberlegt, zu geblendet, mit unverträglichen Lebenseinstellungen oder wegen des noch immer herrschenden sozialen Drucks von Kirche und Gesellschaft oder aus finanziellen Gründen.

Stehen auch Sie vor oder schon inmitten einer Scheidung? Leben Sie in Trennung oder erwägen Sie ernsthaft diesen Schritt? Hier finden Sie Hilfethemen mit  Hinweisen und Tipps zu den Situationen vor, während und nach einer Scheidung. All diejenigen, die die Scheidung schon hinter sich haben oder aus anderen Gründen bereits alleinerziehend sind, können diesen Bereich getrost überspringen. Alle anderen finden hier einen groben Überblick, wie eine Scheidung ablaufen kann, um dieses unangenehme Thema gelassener bewältigen zu können.

Hinweis: Bei allen Informationen und Hinweisen wird davon ausgegangen, dass sich beide Partner weitestgehend einig sind und eine reibungslose Scheidung anstreben. Dies ist für alle Beteiligten - vor allem die Kinder - immer die beste Art, mit dieser schwierigen Situation umzugehen. Die gegebenen Informationen dienen auch in keinem Fall als Rechtsberatung, sondern lediglich als allgemeiner Einblick in den Ablauf einer Scheidung in Deutschland zur besseren Orientierung. Alle Angaben sind ohne Gewähr und im Zweifelsfall sollten Sie bei rechtlichen Angelegenheiten immer einen Anwalt konsultieren oder sich durch unsere Literaturempfehlungen wie dem nebenstehenden Buch vorab informieren.

Die Ehe und die Scheidung

Laut statistischem Bundesamt wurden in den letzten Jahren jeweils etwa 200.000 Ehen pro Jahr geschieden, etwa die Hälfte davon mit Kindern. Doch das ist alles reine Statistik, die alle Ehen verwendet werden, also auch die der älteren Generationen einschließlich Omi und Opa, die den Schnitt naturgemäß drastisch nach unten drücken. Betrachtet man ausschließlich die frisch oder erst wenige Jahre Vermählten, so dürfte es der Realität sehr nahe kommen, wenn es heißt, mittlerweile wird jede zweite Ehe geschieden.

Das ist hier kein Plädoye gegen die Ehe! Doch die Ehe verliert offensichtlich immer mehr an Bedeutung bzw. funktioniert oft nicht mehr in der heutigen Gesellschaft. Viele Menschen favorisieren andere Lebensformen, haben für sich festgestellt, dass Heiraten und Kinderkriegen zwei vollkommen verschiedene Dinge sind, die lediglich von Kirche und Gesellschaft seit je her miteinander verschmolzen wurden. Noch immer werden Ehen aufgrund religiösen Drucks der Kirchen oder finanziellen Drucks durch den Staat geschlossen und es nicht noch gar nicht so lange her, dass ein Vater sein eigenes Kind adoptieren musste, wenn er seine Partnerin erst später heiratete. Dennoch entscheiden sich viele Menschen nach wie vor für die Ehe und laufen nur kurze Zeit später in die Scheidung.

Der Entschluß

Wenn Sie noch verheiratet sind und sich mit diesem Thema beschäftigen, haben Sie offensichtlich Probleme mit Ihrer Ehe. Vielleicht befinden Sie sich auch im Trennungsjahr und überlegen, ob das alles richtig war.

Beim Abwägen der Für und Wider taucht immer wieder die Frage auf: was wird aus den Kindern, welchen Schaden tragen Sie durch eine eventuelle Scheidung davon? Von einem ist alleinerziehung.de überzeugt: Kinder sind weder ein sinnvoller Grund zu heiraten (gemeint ist eine Heirat unverträglicher Partner, die nur aus dem Grund eingegangen wird, weil ein Kind unterwegs oder schon geboren ist), noch in einer zerrütteten, oder gar von Aggression und Gewalt geprägten Beziehung weiterzuleben. Kinder sind äußerst feinfühlig und leiden unter solchen dauerhaften Spannungen, seien sie auch noch so subtil, am meisten.

Eine gute alleinerziehende Mutter (oder Vater) ist besser als eine schlechte Ehe oder Familie. Nur Mut: alleinerzogene Kinder sind oft selbständiger, kontaktfreudiger, anpassungsfähiger und vor allem verantwortungsbewusster als Kinder aus Familien mit beiden Elternteilen. Sehen Sie die Dinge positiv und machen Sie das Beste daraus. Außerdem muss man nach der Scheidung den Rest des Lebens partnerlos verbringen.

Das Trennungsjahr

Der Gesetzgeber sieht ein Trennungsjahr vor, bevor die Scheidung eingereicht werden kann. Bei strittigen Ehen sind auch längere Zeiträume möglich. Damit soll vermutlich vermieden werden, dass BuchempfehlungEhen einfach aus einer Laune oder einem Streit heraus geschieden werden, ohne dass sich die Paare eine Chance zur Versöhnung gewähren. Ob das heute noch sinnvoll ist, darf stark bezweifelt werden. Heute sind die Menschen aufgeklärter und brauchen keinen Staat, um Entscheidungen zu fällen! Niemand wird heutzutage aus einer Laune heraus mal schnell eine Scheidung einreichen und ein Blick in die Gerichte und Anwaltskanzleien zeigt, dass solch ein Trennungsjahr (im schlimmsten Fall sogar länger) die Sache eher noch schlimmer macht. Am Ende gibt es eine oft erbarmungslose Scheidungsschlacht, obwohl am Anfang des Trennungsjahres eine einigermaßen einvernehmliche Scheidung möglich gewesen wäre. Aber scheiden lassen sich die Aspiranten in der Regel trotzdem, da helfen dem Staat auch keine verkrusteten Gesetze.

Wenn dieses Trennungsjahr noch nicht vorüber ist, kann eine Ehe nur ausnahmsweise mit spezieller Begründung geschieden werden, zum Beispiel wenn ein Fortbestehen eine nicht zumutbare Härte bedeuten würde.

Aber was bedeutet nun ein Jahr getrennt leben? Dazu § 1567 BGB: ”Die Ehegatten leben getrennt, wenn zwischen ihnen keine häusliche Gemeinschaft besteht und ein Ehegatte sie erkennbar nicht herstellen will, weil er die eheliche Lebensgemeinschaft ablehnt”. In der Praxis ist dies jedoch nicht automatisch mit der örtlichen Trennung durch Auszug eines Partners in eine eigene Wohnung verbunden. Auch wenn man noch zwangsweise unter einem Dach wohnt, können solche Zeiträume für das Trennungsjahr angerechnet werden, wenn glaubhaft belegt werden kann, dass getrennt genächtigt, gekocht und gewaschen wurde, also jeder seinen eigenen Weg ging - vor allem in finanzieller Hinsicht. Weiterführende Informationen finden Sie in unseren Bücher-Empfehlungen.

Am besten ist es oftmals den Beginn des Trennungsjahres möglichst gleich zu Anfang oder auch während des Getrenntlebens mit dem Noch-Ehepartner schriftlich zu fixieren, damit spätere Unstimmigkeiten über den Zeitpunkt von vornherein ausgeschlossen werden, falls Ihr Partner es sich zum Scheidungstermin anders überlegt - aus welchen Gründen auch immer. In jedem Falle ist wichtig, dass über den Beginn und den gesetzlichen Ablauf des Trennungsjahres Einigkeit besteht, wenn die Scheidung eingereicht wird.

Anwaltzwang

Für Ehescheidungen gibt es einen Anwaltzwang - nur ein für den Bereich zugelassener Anwalt kann die Scheidungsklage beim Familiengericht einreichen. Selbst wenn sich die beiden Partner in allen Punkten einig sind und diese unstrittige Ehescheidung so unkompliziert wie möglich abwickeln wollen, kommen sie um die Konsultation eines Anwalts nicht herum. Nur einen Anwalt für beide Partner bei unstrittigen Scheidungen? Dieses Ammenmärchen scheint unausrottbar mit dem Thema unstrittige Scheidungen verbunden zu sein. Verständlicherweise will man die Kosten möglichst niedrig halten, aber: ein Anwalt kann immer nur eine Seite vertreten, niemals zwei gegnerische Parteien gleichzeitig. Eine solche Vorgehensweise würde das Rechtssystem auf den Kopf stellen! Natürlich kann ein Anwalt auch dem Paar die rechtlichen Rahmenbedinungen erläutern, rechtlich vertreten kann er jedoch nur einen von beiden.

Man kann jedoch mit nur einen Anwalt auskommen. In der Praxis sieht das dann so aus: Der Kläger (der die Scheidung einreicht) nimmt sich aufgrund des Anwaltzwangs einen Anwalt, der die Scheidungsklage vorbereitet und einreicht. Da sich beide Partner über den Inhalt und die Art der Scheidung in allen Punkten einig sind, braucht sich der andere Partner keinen Anwalt zu nehmen, da er vor und beim Scheidungstermin diesen durchgängig unstrittigen Punkten zustimmt. Nur in diesem Fall geht es mit nur einem Anwalt und auch nur dann, wenn man sich tatsächlich in allen Punkten einig ist. Dies ist manchmal bei kurzen Ehen der Fall ist, bei denen die Partner einfach nur schnell geschieden werden wollen. Sobald der andere auch in nur einem Punkt der Scheidungsklage widerspricht, braucht er ebenfalls einen Anwalt, nur dieser kann dies vor Gericht tun.

Die Kosten

Die Kosten der Scheidung setzen sich überwiegend aus Anwaltskosten und Verfahrens- und Gerichtskosten zusammen. Die Berechnungsgrundlage ist normalerweise der Streitwert der Scheidung. Bei einer unstrittigen Scheidung wird der Streitwert aus den Monatseinkünften mittels Faktoren errechnet. Wenn man nicht streitet kann man mit ein bis zwei tausend Euro davonkommen - je nach Situation und Höhe der Gehaltseinkünfte.

Schaffen es die Partner nicht, sich außergerichtlich über die Aufteilung von während der Ehezeit hinzugekommenen Gütern wie Auto, Wohnung oder Haus, Einrichtung etc. zu einigen, dann werden diese zu Streitpunkten vor Gericht, was den Streitwert - und damit die Kosten der Scheidung - in ungeahnte Höhen steigen lassen kann.

Vergessen Sie nie: Anwälte leben vom Streit! Es ist ganz einfach: je höher der Streitwert der Scheidung umso höher ist auch der Verdienst des Anwalts (natürlich auch der Aufwand). Der Anwalt muss Ihnen natürlich alle rechtlichen Möglichkeiten darstellen, ob Sie jedoch jede Möglichkeit ausnutzen, ob Sie mitunter mit juristischen Kanonen auf kleine Spatzen schießen wollen, liegt allein bei Ihnen. Passen Sie also auf, nicht sofort die juristische Keule zu schwingen, wenn es gar nicht zwingend notwendig ist - ansonsten können selbst die friedlichsten Scheidungskandidaten zu erbittertsten Streithähnen werden. Ergo: seien Sie sehr sorgfältig bei der Auswahl des Anwalts und erklären Sie ihm klar und deutlich Ihre Absicht, zum Beispiel das Ziel einer möglichst kostengünstigen, schnellen und einvernehmlichen Scheidung.

Der Scheidungstermin

Bevor das Familiengericht einen Scheidungstermin festsetzen kann, muss der Versorgungsausgleich geklärt sein. Hat das Ehepaar keinen Ehevertrag, der die gesetzlichen Ansprüche speziell regelt oder ausschließt, muss gewartet werden bis Ihre zuständige LVA/BVA die Rentenansprüche berechnet hat - und das kann dauern. Liegen alle Ergebnisse vor, hängt der Termin unter anderem von der Auslastung des Familiengerichts ab, aber in der Regel geht es sehr rasch, zumindest wenn man es mit der Bearbeitungsdauer der LVA/BVA vergleicht.

Update: Der Bundesrat hat im März 2009 der vom Bundestag beschlossenen Reform des Versorgungsausgleichs zugestimmt. Dadurch kann in bestimmten Fällen auf die Durchführung des Versorgungsausgleich verzichtet werden, wenn beide Parnter annähernd gleiche Ansprüche erworben haben. Bei Ehen, die weniger als drei Jahre andauerten, soll ein Versorgungsausgleich sogar nur auf expliziten Antrag eines Partners durchgeführt werden. Dies Neuregelung kann in solchen Fällen den Scheidungsablauf erheblich beschleunigen.

Alle Formulare für die LVA/BVA sollten so schnell wie nur möglich bearbeitet und verschickt werden. Auch auf spätere Anfragen sollten Sie sofort reagieren und geforderte Unterlagen umgehend nachreichen. Je schneller Sie die LVA/BVA mit den notwendigen Informationen/Unterlagen versorgen, umso eher wird der Rentenanspruch berechnet und desto eher gibt es den Scheidungstermin.

Die Scheidung selbst dauert bei Unstrittigkeit nicht lange, da lediglich geprüft werden muss, ob alle Voraussetzungen für eine Scheidung erfüllt sind und beide den Scheidungspunkten zustimmen. Nach der Urteilsverkündung ist man zwar geschieden, aber das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, denn es gelten gesetzliche Einspruchsfristen. Nach einigen Wochen fordert der Anwalt eine rechtskräftige Version des Urteils an. Dann ist alles höchstoffiziell vorbei ... na ja, juristisch vielleicht, denn so richtig vorbei ist es eigentlich nie, solange die Kinder noch klein sind ...

Die Zeit danach

Die Zeit nach der endgültigen Scheidung wird für all diejenigen, die ihre Scheidung angestrebt haben, wie etwas Befreiendes sein. Trotzdem gibt es vieles zu verarbeiten. Fragen drängen sich auf: “Warum ich?”, “Warum bin ich gescheitert?”, “Was will ich überhaupt?”. Vielleicht ist der Hauptgrund für die Scheidung, dass die Seele sich gewehrt und zu Wort gemeldet hat.

BuchempfehlungDas nebenstehende Buch zeigt, wie die Seele unser Dasein beeinflusst und wie wichtig es ist, die Mission und Bedürfnisse unserer Seele zu erkennen und danach zu leben. Haben Sie sich je gefragt, warum der eine gewisse Talente mitbringt und der andere nicht? Warum Zwillinge oft völlig unterschiedliche Talente zeigen, anders denken und fühlen, obwohl sie doch das gleiche Umfeld hatten? Hatten Sie schon jemals ein Déjà -vu-Erlebnis, wussten etwas, dass sie eigentlich gar nicht wissen konnten? Nach der Lektüre wissen Sie warum, wenn Sie sich auf ein recht esoterisches Buch einlassen können.


Jedenfalls sollten Sie sich in dieser Zeit sehr stark auf Ihre Bedürfnisse konzentrieren. Verändern Sie alles, was Sie an die Vergangenheit erinnert. Betrachten Sie diese nicht als dunkel, sondern als Lernaufgabe, die Sie erfolgreich hinter sich gebracht haben. Freuen Sie sich darauf, Dinge tun zu können, die Ihren Partner immer störten. Genießen Sie einfach Ihr Alleinsein und die Freiheit, solange es so ist, denn wenn Sie sich selbstbewusst und positiv der Zukunft stellen, finden Sie auch einen neuen Partner, wenn Sie es wollen  - und den schauen Sie sich mit Sicherheit genauer an, bevor es ernster wird. Sie haben jetzt nämlich eine Riesenvorteil: nach dieser Geschichte wissen Sie um so besser, was Sie nicht wollen ;-)

Bei den Tipps werden Sie zahlreiche Helferlein finden, die Sie unterstützen, die Zeit danach gut zu überstehen und sich neu zu motivieren. Nutzen Sie sie, um sich neu auszurichten und dem Leben positiv zu begegnen, damit Sie die zahlreichen Chancen des Schicksals auch erkennen und für sich nutzen können. Alles wird gut - wenn Sie es wollen!

Nach der Scheidung bzw. schon während des Trennungsjahres sind viele Dinge neu zu regeln. Gemeinsame Versicherungen fallen weg, eventuell muss wieder ein eigenes Konto eingerichtet werden. Aber auch im Freundeskreis, bei der Wohnung werden Anpassungen oder Neuorientierungen notwendig. Behalten Sie die Ruhe und hören Sie in sich hinein, was Sie zukünftig wirklich wollen. Sehen Sie hierzu auch unsere Buchempfehlungen zum Thema “Dem Glück nachhelfen”.

Jedes Problem wird in der Zukunft irgendwann klein und bedeutungslos sein und sie mental weitergebracht haben. Wenn sie dort angekommen sind und losgelassen haben, verspüren Sie vielleicht den Wunsch nach einem neuen Partner, um die Familie wieder zu vervollständigen und darum haben wir diesem wichtigen Thema eine eigene Rubrik gewidmet und geben Ihnen sogar die 9 ultimativen Tipss für die Partnersuche im Internet.

Wie läuft eine Scheidung ab?

Anwalt suchenAlle Angaben sind ohne Gewähr und dienen ausschließlich zur Orientierung im typischen deutschen Scheidungsablauf und fungieren in keinem Fall als rechtliche Beratung. Für eine Rechtsberatung konsultieren Sie bitte einen Anwalt. Für direkte oder indirekte Schäden, die aus der Verwendung der Informationen resultieren könnten, wird keine Haftung übernommen. In anderen Ländern als Deutschland kann der Scheidungsablauf ein ganz anderer sein.

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